Knut Geißler auf Fragen zu Sichtung und Programm


Während des Lockdowns, im April, als noch nicht klar war, ob das Off Europa: Identität Polska" stattfinden kann oder nicht, führten die polnische Tanzkritikerin und Kuratorin Anna Królica und Festivalleiter Knut Geißler eine längere Unterhaltung via eMail.
Hier die Antworten von Knut Geißler zu Sichtung, Organisation und Programm.


Anna Królica:
Chciałam ciebie jeszcze zapyta, o kryteria twoich wyborów, kiedy myślałeś i tworzyłeś program?
Ich möchte Sie gern nach den Kriterien fragen, als Sie über das Programm nachgedacht und es entwickelt haben?


Knut Geißler:
Bei Off Europa geht es in jedem Jahr vor allem darum, zu beobachten, zuzuhören, zu erfühlen, was das jeweils ausgewählte Land ausmachen könnte. Mit einem Blick von Außen, vom Jemandem, der zunächst wenig weiß. Ein möglichst langes Tasten, so aufgeschlossen wie möglich, ohne Erwartungen, ein allmähliches Ansammeln von Wissen. Ein langsamer Prozess, der auf seine Reife wartet - und am Ende auf Veröffentlichung drängt.
Abgesehen davon ist das Land nur ein äußerer Rahmen, ein Anlass, ein Bezugsrahmen, der ab irgend einem Moment etwas von seiner Wichtigkeit verliert, das Programm im besten Fall nur noch sanft umgibt. Wenn die ersten Arbeiten ausgewählt sind, treten die Künstler in die erste Reihe, ihre Geschichte, ihre Arbeitsbedingungen, beinahe automatisch bildet sich eine Art Koordinatensystem, wo sich alle folgenden Arbeiten einreihen, platziert werden. Eine Art Erzählung beginnt sich herauszubilden mit der ein Kurator oder Programmgestalter zunehmend weniger zu tun hat. Er/sie tritt sozusagen hinter dem Ergebnis seiner Recherche zurück. Also... es gibt keine festen Kriterien. Bei Off Europa geht es um anhaltende Neugierde. Um Suchen und Finden.

Tanzplattform Bytom Iza Szostak Balet koparyczny
Iza Szostak: Balet koparyczny (Ballett der Bagger) auf der Polnischen Tanzplattform 2017 in Bytom
© Festival Off Europa / Knut Geißler


Anna Królica:
Jak odczytujesz narracje, stworzoną dzięki Twoim zaproszeniom konkretnych artystów i ich spektakli na festiwal Off Europa? Jaki obraz może zobaczyć widz/publiczność?
Wie lesen Sie die Erzählungen, die durch Ihre Einladungen bestimmter Arbeiten zum Festival Off Europa entstanden sind? Welches Bild kann das Publikum sehen?

Knut Geißler:
Es sind Segmente von Gesellschaft, auch Zeitläufe, die ich hier abgebildet sehe. Das bereits angesprochene „Polska“ von Agata Maszkiewicz beleuchtet eine gewisse Ratlosigkeit mit der eigenen Identität, schon Wojtek Ziemilski geht mit zehn Jahren Abstand in „Essence of Poland“ völlig anders, anders selbstbewusst mit seinem Land um. Agata Maszkiewiczs „Taki pejzaż“ erweitert diesen Blick noch einmal in die Zukunft, sucht nach Verbündeten und Kommunikation, hat also ganz klar utopisches Potential. Insbesondere Renata Piotrowska-Auffret erzählt in „The pure gold is seeping out of me“ sehr viel über polnische Gegenwart, die immer natürlich auch eine (mittel)europäische ist, Sicher werden nur wenige Zuschauer ein solches Festival mit all seinen Aufführungen verfolgen, und werden solche Bögen nicht immer nachvollziehen können. Aber immerhin die Möglichkeit ist gegeben. Die Spuren sind ausgelegt.

Anna Królica:
Jak wyglądał proces poznawania polskiej sceny tańca i poszukiwania konkretnych twórców lub ich spektakli do Twojego programu Off Europa Festival?
Wie war der Prozess des Kennenlernens der polnischen Tanzszene und der Suche nach bestimmten Künstlern oder ihren Arbeiten für Ihr Off Europa Festival-Programm?

Knut Geißler:
Wie gesagt war das eine lange Reise. Von großen Festivals zu vielen kleineren, kuratierten Veranstaltungsreihen und einzelnen Aufführungen. Viele Gespräche, Videostudium von älteren Aufführungen. Man prüft zunächst alles, wovon viele Leute reden. Muss sehen, ob es tatsächlich Sinn macht, so etwas dann im Ausland zu zeigen. Oft ist eine unbekanntere, vielleicht auch kleinere Arbeit interessanter, aussagefähiger, mutiger. Diese allerdings muss man erst einmal finden.

Anna Królica:
Czy polscy choreografowie są dobrze znani w Niemczech? Czy Off Europa Festival ma dodatkowe zadanie, aby odkryć przed widzami nieznaną jeszcze część tanecznej społeczności, i jej sposobami odczuwania, przeżywania i komentowania rzeczywistości?
Sind polnische Choreograph:innen auch in Deutschland bekannt? Hat das Off Europa Festival auch die Aufgabe, den Zuschauern bisher unbekannte Bereiche der Tanzszene vorzustellen und zu zeigen, auf welche Art und Weise gefühlt, erlebt und die Wirklichkeit kommentiert wird?

Knut Geißler:
Natürlich sind polnische Künstler in Westeuropa unterwegs. Aber außerhalb besonders interessierter, eingeweihter Kreise sind sie selten bekannt. In diesem Sinne machen wir als Festival auch keinen Unterschied zwischen etablierteren und weniger bekannteren Künstlern. Junge, aufstrebende Künstler zu finden und zu fördern ist immer wunderbar, aber auch für die bekannteren ist Off Europa ein guter Ort, ihre Arbeiten einem neugierigen, vorurteilsfreien Publikum zu präsentieren.

Anna Królica:
Jak zmieniła pandemia Twoją koncepcję festiwal?
Wie hat die Pandemie Ihr Festivalkonzept verändert?

Knut Geißler:
Ich will nicht zu viel versprechen, die Unsicherheit bleibt. Falls sich die Verschiebung in den Oktober realisieren lässt, werden wir das Programm in Leipzig und Chemnitz weitgehend erhalten können. In Dresden konnten wir keine Ersatztermine finden, so dass die Gastspiele dort überwiegend ausfallen müssen. Das trifft vor allem „Dobre wychowanie“ und „This Is A Musical“. „Kukulka“ kann möglicherweise nachgeholt werden, während es „The pure gold is seeping out of me“ nun nur noch in Leipzig geben wird. Das ist für alle Beteiligten sehr traurig und insbesondere der Vernetzungs- und Nachhaltigkeitsgedanke des Festivals wird etwas beschädigt. Die Hoffnung auf den Oktober in Leipzig und Chemnitz ist immerhin ein kleiner Trost.

Gespräch mit der Tanzkritikerin und Kuratorin Anna Królica


Anna Królica begleitete den Entstehungsprozess, das Wachsen von „Off Europa: Identität Polska" über viele Monate als Beraterin.
Sie studierte Theaterwissenschaft und Russische Philologie an der Jagiellonen-Universität in Kraków. In den Jahren 2005-2006 führte sie das Erasmus-Programms an die Universität Leipzig.
Anna Królica arbeitet als Kuratorin, Kunst-/Tanzkritikerin und Tanzhistorikerin und lebt derzeit in Wrocław.

Anna Królica by Kamila Buturla
Foto © Kamila Buturla

Während des Lockdowns, im April, als noch nicht klar war, ob das Festival stattfinden kann oder nicht, führten Anna Królica und Festivalleiter Knut Geißler eine längere Unterhaltung via eMail. Über das Konstrukt Polen und polnische Identität, über Konservatismus und Nacktheit, über eine
Generation Solo" und europäische Biographien im Spagat.
Hier der erste Teil. Gefragt in English, geantwortet auf Polnisch. Die Antworten übersetzte Henrietta Meyer.


Knut Geißler:
What do you think, can this, our selection of 12 different, rather smaller performances tell something about Poland and its performing arts?


Anna Królica:
Ich glaube daran, dass Programme, deren Fokus auf der Kunst eines bestimmten Landes liegt, über dieses Land eine Geschichte erzählen, dessen Befindlichkeit wiedergeben sowie dessen Künstler repräsentieren können. Normalerweise wird es problematisch, wenn definiert werden soll, was das Konstrukt „Polen“ bedeutet, was polnische Identität ist und was diese ausmacht. Was diese für uns bedeutet, für uns Polen, die wir im Land leben oder lebten und was diese für jemanden bedeutet, der eine Perspektive von außen hat, wie z.B. für einen Touristen, einen Beobachter, Staatsbürger eines anderen Landes. Wenn wir uns darauf einigen können, dass das Konstrukt „Polen“ (die polnische Identität) durch ein konkretes geografisches Gebiet sowie die Geschichte bestimmt wird, dann bin ich der Meinung, dass das Programm von Off Europa viel über die polnische Identität erzählen kann, wie z.B. über die aktuelle Kunstszene, über die konkrete Situation der Performance-Kunst (auch über den modernen Tanz als solchen), über bestimmte Trends, über gesellschaftliche Befindlichkeiten.
Interessant ist, dass Sie für die Präsentationen junge Künstler:innen eingeladen haben und solche, die sehr bekannt sind und sich großer Anerkennung erfreuen. Besonders faszinierend scheint mir der Fakt, dass im Rahmen des Festivals Arbeiten gezeigt werden, die für gewöhnlich in dieser Zusammensetzung nicht auftauchen. Als würden sie einer anderen Art von Ästhetik oder Kunst zugeschrieben; was wiederum zeigt, dass bei uns eine Art innerer Code existiert, eine Art Einfluss, eine andere Praxis des Programmierens oder des Betrachtens.
Andererseits ist es auf dem Gebiet des zeitgenössischen Tanzes schwierig, von einer nationalen Identität zu sprechen, da dieser seinen Ursprung im internationalen Erbe hat, von amerikanischen Tänzerinnen und Tänzern zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt und und von Reformern, Erneuerern aus verschiedenen Ländern beeinflusst. Zahlreiche polnische Künstler:innen studierten hauptsächlich oder teilweise an ausländischen Hochschulen, leben oft außerhalb von Polen oder führen schlicht und einfach ein „Doppelleben“, worunter ich verstehe, dass sich ihre Arbeit in Projekte unterteilt, die in Polen realisiert werden und in solche, die im Ausland stattfinden, wo sie dann die Hälfte oder gar den Großteil ihrer Zeit verbringen.
Dennoch: Viele der geladenen Künstlerinnen und Künstler arbeiteten mit dem Konstrukt der polnischen Identität. Agata Maszkiewicz spricht darüber aus der Perspektive eines gewissen nationalen Wohlergehens und der nationalen Repräsentation im Sport (was ironisch gemeint ist). Auf eine andere Weise zeigt Wojtek Ziemilski die Essenz der polnischen Identität.
Der Titel des Spektakels von Agata Maszkiewicz „So eine Landschaft“ (Taki pejsaż) wiederum bezieht sich auf ein Lied, das von Ewa Demarczyk, die Mitglied des berühmten Krakauer Theaters „Piwnica pod Baranami“ war, interpretiert wurde. Das ist ein starker kultureller Kontext, aber die Aufführung lässt sich auch auf andere Weise verstehen, ohne dass man Ewa Demarczyk kennt.
„This Is A Musical“ von Karol Tymiński ist eng mit der Situation in Polen verbunden. Die Inszenierung wurde in einigen Fällen abgesagt, da das Stück als kontrovers beurteilt wurde, es würde Gefühle verletzen. Nach der Aufführung des Stückes beim Festival „Polnische Plattform für Tanz“ 2017 gab es zahlreiche Missverständnisse und Verwirrung, so dass wir als künstlerischer Beirat des Festivals eine Erklärung an den Stadtrat schreiben mussten, warum dieser Künstler eingeladen wurde, denn vom politisch rechts gerichteten Umfeld wurde in Frage gestellt, ob die Art, in der der Künstler das Stück präsentiert, überhaupt noch als Kunst gelten kann. Das war auch nicht das einzige Mal, dass sich Karol Tymiński für seine künstlerischen Mittel rechtfertigen musste, einige Zuschauer waren derart aufgewühlt, dass sie vom Künstler verlangten, er solle ihnen erklären, warum er gerade diese und nicht andere künstlerische Mittel verwende. In diesem Sinne erhielt seine Kunst einen beachtlichen Radius an Aufmerksamkeit, zur gleichen Zeit wurden seine Aufführungen bei ImPulsTanz in Wien hoch geschätzt. Der Blick von Innen und der Blick von Außen können völlig unterschiedlich sein.
Wierzę w to, że programy sfokusowane na sztukę danego kraju, mogą przekazać o nim jego opowieść, oddać nastrój, zaprezentować twórców. Zazwyczaj pojawia się problem przy definiowaniu, co oznacza konstrukt „Polska“, czym jest polska tożsamość, co ją wyznacza. Co oznacza dla nas, dla Polaków, którzy mieszkają lub mieszkali w kraju, a co oznacza z perspektywy kogoś z zewnątrz, np. turysty, obserwatora, obywatela innego kraju. Jeśli moglibyśmy się zgodzi, że konstrukt „Polska“ (tożsamość polska) jest ukształtowany przez konkretną przestrzeń geograficzną i historię, wtedy, zgadzam się, że program festiwalu Off Europa może powiedzieć dużo o polskiej tożsamości, np. o aktualnym rynku sztuki, o konkretnym momencie dla sztuk performatywnych (w tym tańca współczesnego jako takiego), o pewnych trendach, o nastrojach społecznych.
Co ciekawe, zaprosiłeś do prezentacji na festiwalu Off Europa młodych twórców i tych dobrze znanych, cieszących się uznaniem. Co wydaje mi się szczególnie fascynujące, to fakt, że w ramach festiwalu będę prezentowani twórcy, których zazwyczaj w tym składzie nie pojawiają się w polskich repertuarach przeglądów, są zapraszani do innych programów, inaczej tematyzowanych, jakby byli „poprzypisywani“ do różnych estetyk czy sztuk, co pokazuje, że istnieje jakiś nasz wewnętrzny kod, jakieś wpływy, inna praktyka programowania albo patrzenia/widzenia.
Z drugiej strony w przestrzeni tańca współczesnego trudno jest mówić o tożsamości narodowej, ponieważ wywodzi się on z międzynarodowego dziedzictwa, ukonstytuowany przez amerykańskich tancerzy i tancerki na początku XX wieku, przedefiniowany przez międzynarodowych reformatorów z różnych krajów. Wielu polskich artystów wykształciło się głównie lub częściowo na zagranicznych uczelniach, często mieszkają poza Polską, albo po prostu mają „podwójne życie“, które rozumiem jako dzielenie czasu pomiędzy projekty realizowane w Polsce, albo/i zagranicą, gdzie spędzają połowę, a może większość swojego czasu.
Wielu z zaproszonych artystów pracowało z konstruktem polskości. Agata Maszkiewicz mówi o nim z perspektywy dobra narodowego i narodowej reprezentaci w sporcie ( mówi ironicznie). W inny sposób Wojtek Ziemilski pokazuje esencję polskości.
Z kolei, tytuł spektaklu Agaty Maszkiewicz „Taki pejzaż“ (Such a landscape) odnosi się do piosenki wykonywanej przez Ewę Demarczyk, która była członkinią Piwnicy pod Baranami, słynnego zespołu działającego w Krakowie. To jest mocne odniesienie do kontekstu kulturowego, ale przedstawienia da się przeczytać też w inny sposób bez wiedzy o Ewie Demarczyk.
Kontekst wystawienia spektaklu „This Is A Musical“ Karola Tymińskiego jest głęboko osadzony z sytuacją w Polsce. Jego przedstawienie było odwołane w kilku przestrzeniach performatywnych, ponieważ zostało odczytane jako kontrowersyjne, raniące uczucia. Po jego prezentacji w czasie Polskiej Platformy Tańca w 2017 roku, było wiele nieporozumień i zawirowań, jako komisja artystyczna PTT musieliśmy napisać wyjaśnienie dla lokalnego urzędu miasta), dlaczego ten artysta został zaproszony, ponieważ zostało zakwestionowane przez prawicowe środowiska czy forma uprawiania sztuki przez niego, jest nadal przejawem artyzmu. Właściwie to nie był jedyny raz kiedy Karol Tymiński musiał tłumaczyć się ze swoich artystycznych wyborów, niektórzy widzowie byli tak poruszeni, że żądali, aby wyjaśnił im, dlaczego używa takich a nie innych środków. W tym sensie jego sztuka miała niesamowite pole rażenia, niemniej jednak w tym samym czasie podczas ImPulsTanz w Wiedniu te same spektakle były bardzo docenione. Perspektywa patrzenia od środka i z zewnątrz może być zupełnie odmienna.


Knut Geißler:
How is this reflected in official cultural policy? How does all this influence the audience?


Anna Królica:
Ein Teil des polnischen Publikums ist skeptisch gegenüber Experimenten in Performance-Aufführungen, die mit Nacktheit arbeiten und das Thema Sexualität als solches berühren. Vielleicht ist unsere Gesellschaft eher konservativ, und rechtsgerichtete Stimmen werden immer lauter und dominanter. Es scheint, als würde sich die Kulturpolitik mehr auf das historische Erbe konzentrieren.
Część polskiej publiczności jest sceptyczna wobec eksperymentów w sztukach performatywnych wykorzystujących nagość i dotykających tematu seksualności jako takiej. Może nasze społeczeństwo jest bardziej konserwatywne, a głos prawicy coraz bardziej słyszalny i dominujący. Wydaje się, że polityka kulturalna jest intensywniej skoncentrowana na historycznym dziedzictwie.

Knut Geißler:
Are there certain tendencies and/or certain themes that are of particular interest to Polish artists at the moment?


Anna Królica:
In den letzten sieben Jahren konnten wir einen Boom beobachten, ein großes Interesse an zeitgenössischem Tanz in Polen. Die Choreographinnen und Choreographen bekamen nicht nur die Möglichkeit, in für den Tanz vorgesehenen Lokalitäten (und davon gab und gibt es gar nicht so viele) zu wirken, sondern auch in Theatern, Galerien und Museen. Davor existierten zeitgenössischer Tanz und neue Choreographie eher wie eine einsame Insel, ein bisschen isoliert. Gegenwärtig charakterisieren dynamische Veränderungen den polnischen Tanz, wovon die bloße Anzahl an Tanzpremieren, Festivals und anderen Projekten zeugt sowie auch die Vielfältigkeit der Ästhetik. Neben den großen Ensembles mit langer Tradition treten neue Tänzer und Choreograph:innen in Erscheinung, die als Freelancer tätig sind oder in Kollektiven zusammenarbeiten. Seit 2004 entwickelt sich eine neue Generation von Künstler:innen, die „Generation Solo“ genannt wird, (ich hatte ein wenig Einfluss darauf, die Wahrnehmung dieser Gruppe zu verstärken, indem ich Interviews mit deren Protagonisten veröffentlichte). Es handelt sich hierbei um Künstlerinnen und Künstler um die Dreißig, die oft eine hervorragende Ausbildung an den Zentren des Tanzes im Ausland absolviert haben und deren künstlerische Arbeit neue Tendenzen definiert. Die meisten von ihnen haben am Künstlerresidenz-Programm „Solo Project“ in der „Alten Brauerei Neuer Tanz“ in Poznań teilgenommen, das von Joanna Leśnierowska kuratiert wird. Von den Künstler:innen, die Sie zum Festival eingeladen haben, gehören dazu Renata Piotrowska-Auffret und Karol Tymiński. Diese verfolgen ein experimentelles Konzept, wenn es um Körper und Choreographie geht. Darüber hinaus interessieren sie sich für konzeptionelle Kunst und Minimalismus. Deutlich ausgedrückt: Sie sind näher am Stil von Xavier Le Roy als von Pina Bausch. Aber auch Fans und Nachahmer von Pina Bausch gibt es weiterhin genug in Polen.
Als Zuschauer konnten wir in den letzten Jahren Aufführungen erleben, die sich bemühten, eine feministische Perspektive zu kontextualisieren, eine Geschichte des Tanzes – der Remix-Zyklus (Re/MiX) mit Choreographie und Denkweise von Trisha Brown, Merce Cunningham, Anne Teresa Keersmaeker, also der größten Persönlichkeiten der Geschichte des modernen Tanzes. Und genau diese Gruppe forscht und äußert sich bezüglich ökologischer und posthumanistischer Themen sowie auch zur Gender- und Queer-Thematik.
Ostatnie siedem lat mogliśmy obserwować boom, wielkie zainteresowanie w stronę tańca współczesnego w Polsce. Choreografowie mieli możliwość tworzyć nie tylko z przestrzeniach dedykowanych tańcowi (a nie było ich aż tak wiele), a także w teatrach, galeriach i muzeach. Wcześniej taniec współczesny/ nowa choreografia egzystował bardziej jako samotna wyspa, trochę w izolacji.
Obecnie polski taniec charakteryzują dynamiczne zmiany, o czym świadczy sama liczba premier tanecznych, festiwali i innych projektów, a także rozwijająca się różnorodność estetyk na rynku. Oprócz dużych zespołów z długą tradycją, pojawiają się nowi tancerze i choreografowie, działający jako freelancerzy lub pracują w kolektywach. Od 2004 r. rozwija się nowe pokolenie artystów o nazwie „Pokolenie solo”, (miałam trochę wpływu na zmocnieniu widzialności tej grupy poprzez publikację wywiadów z jej przedstawicielami). Jest to pokolenie trzydziestolatków, często ze znakomitym wykształceniem za granicą w ośrodkach tańca, którego twórczość wyznacza nowe tendencje. Większość z nich odbyła rezydencję Solo Projekt w Starym Browarze Nowy Taniec w Poznaniu, gdzie kuratorem jest Joanna Leśnierowska. Do tej grupy należą Renata Piotrowska i Karol Tymiński, z twórców zaproszonych przez Ciebie do programu. Mają oni eksperymentalne podejście do ciała i choreografii oraz interesuje ich sztuką konceptualna, minimalizm. Mówiąc wyraziście: bliżej im do stylu Xaviera Le Roy niż Piny Bausch. Ale wielbiciel i naśladowców Piny Bausch w Polsce wciąż nie brakuje.
W ostatnich latach jako widzowie mogliśmy zobaczyć spektakl, które starają się kontekstualizować perspektywę feministyczną, historię tańca - odbył się bardzo ważny cykl remiksów (Re//MiX) choreografii i myślenia Trishy Brown, Merce Cunningham, Anny Teresy Keersmaeker - a więc najważniejszych osobowości z historii tańca współczesnego. Właściwie ta sama grupa poszukuje i wypowiada się w tematach ekologicznych, posthumanistycznych oraz dotyka tematykę gender i queer.


Knut Geißler:
You spoke on good artistic education, very often abroad, about international influences and work in international contexts. Would you dare to make a prognosis how contemporary dance in Poland could develop?


Anna Królica:
Ja, immer präsenter wird eine Generation von Tänzern und Choreograph:innen, die den ersten Fachbereich des Tanztheaters in Bytom absolviert hat, das eine Filiale der Akademie für Theaterkunst in Krakau ist, die dank der Initiative von Jacek Łumiński gegründet wurde. Die Absolventinnen und Absolventen dieser Hochschule schöpfen aus einer großen Bandbreite an Werkzeugen, die aus der Tradition des Theaters heraus entstanden sind, verwenden aber auch gern Techniken des Tanzes und Mittel oder Themen der Performance. Folgende Namen sollten hier genannt werden: Dominik Więcek, Daniela Komędera, Dominika Wiak, Piotr Wach, Helena Ganjalyan, Anna Kamińska, Patryk Durski und viele andere.
Tak, jest coraz bardziej widoczne pokolenie tancerzy i choreografów, absolwentów pierwszego wydziału - Departamentu Teatru Tańca w Bytomiu, będącego filią Akademii Sztuk Teatralnych w Krakowie. Powstał on dzięki inicjatywie Jacka Łumińskiego. Absolwenci tej uczelni korzystają z puli narzędzi, wywodzących się z tradycji teatralnej, ale chętnie wykorzystują też technikę taneczną i performatywne środki, tematy. Warto wśród artystów wymieni: Dominika Więcka, Danielę Komęderę, Dominikę Wiak, Piotra Wacha, Helenę Ganjalyan, Annę Kamińską i Patryka Durskiego oraz wielu innych.

Vita
Anna Królica was member of the Artistic Commission of the Polish Dance Platform in 2008, 2012 and 2017 and the head of the Programme „Council for Dance" in the Institute of Music and Dance in 2011–2013.

Anna Królica is author of „Pokolenie solo” (The Solo Generation, Cracow, 2013) and „Sztuka do odkrycia. Szkice o polskim tańcu” (An Art to Discover. Essays on Polish Dance, Tarnów, 2011).
She is editor and curator of the album „Nienasycenie spojrzenia: Fotografia tańca / The Insatiable Gaze: on Dance Photography", Tarnów-Warszawa, 2017.

Anna Królica has been curator and programmatic coordinator at the Polish Dance Theatre in Poznań (2017-2019).
Her major curatorial projects include:
„Piąta Strona Świata/ The Fith Part of the World", Warszawa, Scena Tańca Studio, 2018 (with Adam Kamiński); „Róbmy miłość a nie wojnę/ Make love not war", Warszawa, Scena Tańca Studio, 2017 (with Adam Kamiński); „Niech nie sczezną artytyści. Exchange“ (Let the artist not die. Exchange), Wrocław 2016 (with Adam Kamiński and Roma Janus); „Choreographic Machine/Maszyna Choreograficzna” and its follow-up „Schlemmer. Antologies" (2013-2016), developed at the „Centre for the Documentation of the Art of Tadeusz Kantor"; „From a Frog’s Perspective/ Z perspektywy żaby", (2015) and „Archive of the Body/ Archiwum Ciała” (2013) both at the CK Zamek, Culture Centre in Poznań.

Anna Królica is the author of several texts/critics about dance.
She collaborated with teatralny.pl, dwutygodnik.com, taniecpolska.pl, „Teatr”, „Didaskalia” and „Konteksty”.
Currently she is a guest lecturer at the „Institute of Theatre and Media Arts" of the Adam Mickiewicz University in Poznań.