Leipzig
LOFFT - Das Theater
Dienstag, 22. Mai, 20 Uhr
14 Euro / ermäßigt 10 Euro / Leipzig-Pass, Schüler, Schwerbeschädigte 7 Euro

Dresden
Societaetstheater Gutmann Saal
Donnerstag, 24. Mai, 20 Uhr
16 Euro / ermäßigt 12 Euro / Inhaber „Theatercard“, Schüler 6,50 Euro

Chemnitz
Off Bühne Komplex
Samstag, 26. Mai, 20 Uhr
12 Euro / ermäßigt 10 Euro

Theater
Kristóf Kelemen / Bence György Pálinkás
Magyar akác - Ungarische Akazie

„Heute werden wir hier eine Robinie pflanzen, eine fremde Pflanze, die dem ungarischen Volk so teuer ist. Die Robinie wurde 2014 ein Hungarikum (ein Label, das Produkten oder Orten verliehen wird, die einzigartig ungarisch sind), was unserer Meinung nach eine symbolische Botschaft ist: Jede und jeder, unabhängig von Blut, Geschlecht, Sprache, Reichtum, sexueller Orientierung, religiösen oder politischen Ansichten, kann ein gleichberechtigter Teil der ungarischen Nation werden, wenn sie oder er auf ungarischem Boden Fuß fasst.“

Theater Magyar akác 2 by Krisztina Csányi
Foto © Krisztina Csányi

„Alien-Arten sind Arten, die durch menschliches Eingreifen entweder absichtlich oder zufällig an einen neuen Ort gebracht werden. Wenn zum Beispiel irgendwelche Umstände eine kleine Gruppe afrikanischer Elefanten zwingen würden, nach Lampedusa - einer italienischen Insel in der Nähe von Afrika - zu schwimmen, würden EU-Regularien sie als europäische Elefanten anerkennen. Menschen, die an den (europäischen) Küsten ankommen, klar, treffen auf völlig andere Kriterien.“

Die Robinie (oder „falsche Akazie“) gilt vielen Ungarn als der „ungarischste“ unter den ungarischen Bäumen. Und das, obwohl sie aus Nordamerika stammt. Die „fremde“, „eingewanderte“ Pflanze könnte also Symbol für eine offene Gesellschaft sein. Aus einem solchen Gedanken heraus entwickelten die Autoren ihr „post-faktisches Dokumentarstück“, eine Mischung aus Poetry-Slam und Installation, aus gesampeltem Dokumentartheater und postdramatischem Historienstück. Aufklärung im besten Sinne.

Kritik
„Sinistre geschichts- und identitätspolitische Manöver werden als solche transparent gemacht - mit beinahe zärtlichem Spott und subversiver Komik. (...) Listig, witzig, poetisch und politisch pointiert.“
--> Esther Slevogt, in einem Report über die ungarische Tanz- und Theaterplattform dunaPart 2017 auf nachtkritik.de

Darsteller Angéla Eke, Katalin Homonnai, Kristóf Kelemen, Márton Kristóf, Bence György Pálinkás

Musik Márton Kristóf
Ausstattung Dániel Balázsi, Fanni Hegedüs
Licht / Technik Márk Szapu
Assistenz Anita Totobé

Konzept + Regie Kristóf Kelemen, Bence György Pálinkás

In Ungarisch mit deutscher und englischer Übertitelung
Dauer etwa 70 Minuten

Deutsche Erstaufführung

www.palinkasbencegyorgy.hu

--> Tickets Leipzig
--> Tickets Dresden
--> Tickets Chemnitz

Nach der Aufführung in Leipzig findet eine Podiumsdiskussion statt.
Habituation and Resistance / Von Gewöhnung und Widerstand

Zu Gast aus Budapest ist der Theaterkritiker und Kurator Tamás Jászay, dazu mit Kristóf Kelemen und Bence György Pálinkás die Regisseure der Aufführung „Magyar akác“.

--> Tamás Jászay (39) ist Theaterkritiker, Herausgeber, Dozent und Kurator. Er veröffentlichte in den letzten fünfzehn Jahren etwa tausend Artikel, überwiegend Kritiken, in mehr als zwanzig Publikationen auf der ganzen Welt. Seit 2008 ist er Mitherausgeber des Kritikerportals www.revizoronline.com. Tamás Jászay war zuletzt Kurator großer Festivals wie Szene Ungarn (2013 in Wien) oder den Plattformen dunaPart3 und dunaPart4 (2015 und 2017 in Budapest).

Die Diskussion wird moderiert von Thomas Irmer, Publizist und Theaterkritiker, Redakteur von Theater der Zeit aus Berlin.

Das Gespräch wird in Englisch geführt. / The conversation will be held in English.